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Alemannische
Fasnet, Fasnacht |
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NARRIII! NARROOO!
Das sind die zur Fasnachtszeit überall im alemannischen
Sprachraum zahlreich zu hörenden "Schlachtrufe" der Narren. Zwischen
Dreikönig und Aschermittwoch geht's wieder "rund" zwischen Neckar
und Oberrhein. Die Narren sind los...
Ob Rottweiler Gschellnarra, Villinger Narro, Elzacher
Schuttig, Bräunlinger Urhexa, Wolfacher Röslehansel, Gengenbacher Spättle,
die Hansele, Spättlebuebe, Schellanarros, Butze, Hexen, Teufel usw. usw. Für
einen einfachen Gesellen aus dem Ruhrgebiet, wie ich es bin, ein schier
unüberschaubarer Wust an fremdklingenden Bezeichnungen. Wild gekleidete
gestalten ziehen durch die Strassen, stossen alemannische Urlaute aus, und
haben offenbar jede Menge Spass dabei!
Die wirklich "heisse Phase" läuft dabei ab
zwischen dem "Schmotzige/schmutzige Dunschtig" (schmutziger
Donnerstag), auch Gompige Dunschtig" genannt, der Hexenverbrennung am
Fasnachts-Dienstagabend, sowie der Geldbeutelwäsche am Morgen des
Aschermittwoch. In einigen Orten beginnen die letzten 6 Tage der 5.
Jahreszeit mit einem ohrenbetäubenden Umzug, früh am morgen, dem "Hemdglonkerumzug".
Da wird jeder wach. Schüler werden aus der "Schul befreit",
Rathäuser werden "erstürmt", Narrenbäume aufgestellt. Am
Fasnetsamschtig (Fastnachtssamstag) laufen allüberall die Dorf- oder
Stadtfeste ab, wobei dann Gruppen, Narrenzünfte, durch die Strassen tollen,
Schabernack treiben, und von Gasthaus zu Gasthaus ziehen, musizieren, Stimmung
machen. Abends wird dann fleissig getanzt, geflirtet, geschunkelt und gesungen.
Am Fasnetssonntig (Fastnachts- sonntag) laufen die ersten
Höhepunkte der Umzüge ab. In den Hochburgen wie etwa Villingen,
Donaueschingen, Triberg, Laufenburg, Tiengen, Gengenbach, Haslach, Elzach, und
in vielen anderen Orten versammeln sich die Narrenzünfte zu farbenprächtigen
Umzügen. Anschliessend wird natürlich wieder gefeiert...
M.d.Villier
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In einigen Orten finden die schönsten und grössten
Umzüge am Fasnetsmentig (Fastnachtsmontag) statt, so in Villingen,
Endingen, Schramberg, Haslach, Hausach. Hexen und Narren besuchen in der
Kirche die "Elfimess", um dann anschliessend lärmend die
Strassen unsicher zu machen. In Schrambach fährt man "den Bach
na'", die Schiltach hinunter. Eine der sicher schönsten
Veranstaltungen ist der Rottweiler Narrensprung, frühmorgens, mit
zahlreichen wunderbaren Figuren, Masken und Verkleidungen. Sehenswert
ist auch der Villinger Umzug, selbstverständlich auch der Umzug der
Freiburger Zünfte.
Am Fasnetszischtig
- also der Fastnachtsdienstag - toben die
Rottweiler Narren nochmals vor dem schwarzen Tor. Vielleicht sehen Sie
sich den Elzacher Schuttig an, den Kinderumzug in Gengenbach oder
Hausach oder den herrlichen, historischen Narrenumzug in Wolfach. Nun
bäumen sich die Hexen ein letztes Mal auf gegen ihr Schicksal, dann
aber ab zur berühmt-berüchtigten Hexenverbrennung... keine Angst, nur Strohpuppen. Unter
Wehklagen wird die Fasnet verbrannt.
Am Aschermittwoch
dann geht das Leben langsam wieder zur Normalität zurück. Bürgermeister
erobern ihr Rathaus zurück, die Narrenbäume werden gefällt, mancherorts,
wie in Wolfach, werden die
Geldbeutel am Brunnen ausgewaschen. Sie haben dann immer noch nicht
genug von der Fasnet? Dann besuchen Sie die Buurefasnet
(Bauernfastnacht) am Wochenende nach dem Aschermittwoch.
Im Markgräflerland und
den Gemeinden am Hochrhein können Sie da noch etwas
weiterfeiern. Sehr bekannt ist mittlerweile die Sulzburger Buurefasnet,
sehr deftig und derb...Oder versuchen Sie mal die Basler Fasnet, den
berühmten "Morgestraich".
In Basel beginnt man übrigens zu
feiern, wenn überall sonst die Fasnet vorbei ist: am 5. Tag nach
Aschermittwoch. Am Montag findet sehr frühmorgens der "Morgestraich"
statt. Ein ganz besonderes Erlebnis. Die "Beizen" (Kneipen)
füllen sich schon ab 1, 2 Uhr morgens. Um 4 dann geht's los, mit dem
letzten Glockenschlag geht die Strassenbeleuchtung aus, und Massen
kostümierter Menschen beginnen einen prächtigen Umzug.
Die "Cliquen" (Gruppen, Zünfte) rufen "Morgestraich,
vorwärts, marsch" und der Umzug beginnt. Die "Schysdreckziigli"
(unabhängige Klein"cliquen") ziehen eher planlos dazwischen
her. Die Guggenmusiker spielen schräge Musik, der Lärm ist
unbeschreiblich. Die Menschen stärken sich mit traditioneller "Määlsuppe"
(Mehlsuppe), Kääs, "Ziibelewaie"
(Zwiebelkuchen).
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